Bewertungskriterien für Pflegeheime

Qualitätskriterien

 

1. Pflege und medizinische Versorgung

2. Umgang mit demenzkranken Bewoh­nern

3. Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung

4. Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene

5. Befragung der Bewohner

 

zusammen

Anzahl der Kriterien

 

35

10

10

9

18

 

82

Die Bewertung der Pflegeheime erfolgt anhand von 82 Einzelkriterien, die in einem Fragenkatalog aufgelistet sind.

 

1. Pflege und medizinische Versorgung (35 Kriterien)

1 - Ist bei Bedarf eine aktive Kommunikation mit dem Arzt nachvollziehbar?

2 - Entspricht die Durchführung der behandlungspflegerischen Maßnahmen den ärztlichen Anordnungen?

3 - Entspricht die Medikamentenversorgung den ärztlichen Anordnungen?

4 - Ist der Umgang mit Medikamenten sachgerecht?

5 - Sind Kompressionsstrümpfe/-verbände sachgerecht angelegt?

6 - Wird das individuelle Dekubitusrisiko erfasst?

7 - Werden erforderliche Dekubitusprophylaxen durchgeführt? 

8 - Sind Ort und Zeitpunkt der Entstehung der chronischen Wunde/des Dekubitus nachvollziehbar?

9 - Erfolgt eine differenzierte Dokumentation bei chronischen Wunden oder Dekubitus (aktuell, Verlauf nachvollziehbar, Größe, Lage, Tiefe)?

10 - Basieren die Maßnahmen zur Behandlung der chronischen Wunden oder des Dekubitus auf dem aktuellen Stand des Wissens?

11 - Werden die Nachweise zur Behandlung chronischer Wunden oder des Dekubitus (z. B. Wunddokumentation) ausgewertet und die Maßnahmen ggf. angepasst?

12 - Erhalten Bewohner mit chronischen Schmerzen die verordneten Medikamente?

13 - Werden individuelle Ernährungsressourcen und Risiken erfasst?

14 - Werden erforderliche Maßnahmen bei Einschränkungen der selbständigen Nahrungsversorgung durchgeführt? 

15 - Ist der Ernährungszustand angemessen im Rahmen der Einwirkungsmöglichkeiten der Einrichtung?

16 - Werden individuelle Ressourcen und Risiken bei der Flüssigkeitsversorgung erfasst? 

17 - Werden erforderliche Maßnahmen bei Einschränkungen der selbständigen Flüssigkeitsversorgung durchgeführt? 

18 - Ist die Flüssigkeitsversorgung angemessen im Rahmen der Einwirkungsmög-lichkeiten der Einrichtung?

19 - Wird bei Bewohnern mit Ernährungssonden der Geschmackssinn angeregt?

20 - Erfolgt eine systematische Schmerzeinschätzung? 

21 - Kooperiert das Pflegeheim bei Schmerzpatienten eng mit dem behandelnden Arzt?

22 - Werden bei Bewohnern mit Inkontinenz bzw. mit Blasenkatheter die individuellen Ressourcen und Risiken erfasst?

23 - Werden bei Bewohnern mit Inkontinenz bzw. mit Blasenkatheter die erforderlichen Maßnahmen durchgeführt? 

24 - Wird das individuelle Sturzrisiko erfasst? 

25 - Werden Sturzereignisse dokumentiert? 

26 - Werden erforderliche Prophylaxen gegen Stürze durchgeführt? 

27 - Wird das individuelle Kontrakturrisiko erfasst? 

28 - Werden die erforderlichen Kontrakturprophylaxen durchgeführt? 

29 - Liegen bei freiheitseinschränkenden Maßnahmen Einwilligungen oder Genehmigungen vor? 

30 - Wird die Notwendigkeit der freiheitseinschränkenden Maßnahmen regelmäßig überprüft?

31 - Wird die erforderliche Körperpflege den Bedürfnissen und Gewohnheiten des Bewohners entsprechend durchgeführt?

32 - Wird die erforderliche Mund- und Zahnpflege den Bedürfnissen und Gewohn­heiten des Bewohners entsprechend durchgeführt?

33 - Wird die Pflege im Regelfall von denselben Pflegekräften durchgeführt?

34 - Werden die Mitarbeiter/innen regelmäßig in Erster Hilfe und Notfallmaßnahmen geschult? 

35 - Existieren schriftliche Verfahrensanweisungen zu Erster Hilfe und Verhalten in Notfällen?

 

2. Umgang mit demenzkranken Bewohnern  (10 Kriterien) 

36 - Wird bei Bewohnern mit Demenz die Biographie des Heimbewohners beachtet und bei der Tagesgestaltung berücksichtigt?

37 - Werden bei Bewohnern mit Demenz Angehörige und Bezugspersonen in die Planung der Pflege einbezogen?

38 - Wird bei Bewohnern mit Demenz die Selbstbestimmung in der Pflegeplanung  berücksichtigt?

39 - Wird das Wohlbefinden von Bewohnern mit Demenz im Pflegealltag ermittelt und dokumentiert und werden daraus Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet?

40 - Sind zielgruppengerechte Bewegungs- und Aufenthaltsflächen vorhanden (auch nachts)?

41 - Sind gesicherte Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien vorhanden?

42 - Gibt es identifikationserleichternde Milieugestaltung in Zimmern und Aufent­haltsräumen?

43 - Wird mit individuellen Orientierungshilfen, z.B. Fotos, gearbeitet?

44 - Werden dem Bewohner geeignete Angebote gemacht, z. B. zur Bewegung, Kommunikation oder zur Wahrnehmung? 

45 - Gibt es ein bedarfsgerechtes Speisenangebot für Bewohner mit Demenz? 

 

3. Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung  (10 Kriterien)

46 - Werden im Rahmen der sozialen Betreuung Gruppenangebote gemacht?

47 - Werden im Rahmen der sozialen Betreuung Einzelangebote gemacht?

48 - Veranstaltet das Pflegeheim jahreszeitliche Feste?

49 - Gibt es Aktivitäten zur Kontaktaufnahme/Kontaktpflege mit dem örtlichen Gemeinwesen?

50 - Gibt es Maßnahmen zur Kontaktpflege zu den Angehörigen?

51 - Sind die Angebote der sozialen Betreuung auf die Struktur und Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtet? 

52 - Gibt es Hilfestellungen zur Eingewöhnung in die Pflegeeinrichtung (z. B. Bezugspersonen, Unterstützung bei der Orientierung, Integrationsgespräch nach 6 Wochen)?

53 - Wird die Eingewöhnungsphase systematisch ausgewertet? 

54 - Gibt es ein Angebot zur Sterbebegleitung auf der Basis eines Konzeptes? 

55 - Verfügt  die Pflegeeinrichtung über ein Beschwerdemanagement? 

 

4. Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene (9 Kriterien)

56 - Ist die Gestaltung der Bewohnerzimmer z. B. mit eigenen Möbeln, persönlichen Gegenständen und Erinnerungsstücken sowie die Entscheidung über ihre Platzierung möglich? 

57 - Wirken die  Bewohner an der Gestaltung der Gemeinschaftsräume mit? 

58 - Ist der Gesamteindruck der Einrichtung im Hinblick auf Sauberkeit und Hygiene gut? (z. B. Optische Sauberkeit, Ordnung, Geruch) 

59 - Kann der Zeitpunkt des Essens im Rahmen bestimmter Zeitkorridore frei gewählt werden? 

60 - Wird Diätkost, z. B. für Menschen mit Diabetes, angeboten?

61 - Ist die Darbietung von Speisen und Getränken an den individuellen Fähigkeiten der Bewohner orientiert (z. B. wird die Nahrung nur bei tatsächlicher Notwen­digkeit klein geschnitten oder als passierte Kost serviert)? 

62 - Wird der Speiseplan in gut lesbarer Form bekannt gegeben? 

63 - Orientieren die Portionsgrößen sich an den individuellen Wünschen der Bewohner? 

64 - Werden Speisen und Getränke in für die Bewohner angenehmen Räumlich­keiten und entspannter Atmosphäre angeboten? 

 

5. Befragung der Bewohner (18 Kriterien)

65 - Wird mit Ihnen der Zeitpunkt von Pflege- und Betreuungsmaßnahmen abge­stimmt? 

66 - Entscheiden Sie, ob Ihre Zimmertür offen oder geschlossen gehalten wird?

67 - Werden Sie von den Mitarbeitern motiviert, sich teilweise oder ganz selber zu waschen? 

68 - Sorgen die Mitarbeiter dafür, dass Ihnen z. B. beim Waschen außer der Pflegekraft niemand zusehen kann?

69 - Hat sich für Sie etwas zum Positiven geändert, wenn Sie sich beschwert haben? 

70 - Entspricht die Hausreinigung Ihren Erwartungen? 

71 - Können Sie beim Mittagessen zwischen verschiedenen Gerichten auswählen? 

72 - Sind die Mitarbeiter höflich und freundlich?

73 - Nehmen sich die Pflegenden ausreichend Zeit für Sie?

74 - Fragen die Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung Sie, welche Kleidung Sie anzie­hen möchten?

75 - Schmeckt Ihnen das Essen i. d. R.?

76 - Sind Sie mit den Essenszeiten zufrieden? 

77 - Bekommen Sie Ihrer Meinung nach jederzeit ausreichend zuzahlungsfrei zu trinken angeboten?

78 - Entsprechen die sozialen und kulturellen Angebote Ihren Interessen? 

79 - Wird Ihnen die Teilnahme an Beschäftigungsangeboten ermöglicht? 

80 - Werden Ihnen Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien angeboten? 

81 - Können Sie jederzeit Besuch empfangen? 

82 - Erhalten Sie die zum Waschen  abgegebene Wäsche zeitnah, vollständig und in einwandfreiem Zustand aus der Wäscherei zurück? 

 

 

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